Dienstag, 6. Juli 2010

Bin von den Segelferien zurück! 1. Teil

Boah, ich weiss gar nicht wo anfangen!
Am Anfang? Oder soll ich nach Themen sortiert berichten?

Aber mal eines vorneweg: es war toll! Und ich würds wieder machen!
In fact: ich WERDS wieder machen ;) im Oktober gehts an ne Regatta, entlang der kroatischen Küste. Aber dazu später mehr.

Also am ersten WE waren wir ja noch daheim, der Liebste hat entrümpelt ("ich komme eben gerne nach den Ferien in ein aufgeräumtes Zuhause" - "ja, und ich komme eben jeweils auch gerne von der täglichen Arbeit in ein aufgeräumtes Zuhause" touché pour moi). Aber wir haben also entrümpelt und die ersten Sonnentage genossen.

Mein Gepäck, für 2 Wochen! Die karierte Taschen war aber nicht mit aufm Boot.

Am Dienstag gings dann Richtung Grenze, wir sind nach Genf gefahren. Unterwegs hab ich schon mein "bLOG-Buch" angefangen, das ich daheim vorbereitet hatte. Ich hatte zwar schon eine Idee dafür, aber den letzten Entscheidungskick kam dann von hier. Ich hab einfach die grossen Umschläge mit der Lasche an der Längsseite genommen, so dass die Laschen oben sind. Details dann später.
Ich lach mich schlapp, ein Wohnwagen mit Anhänger: einem Smart!

Um ca 17.45 kamen wir dann in einen Stau, weil sich vor der Grenze ca 3 Unfälle ereignet hatten, in einem Tunnel. Super. Wir verloren eine ganze Stunde.
Hatten aber prima Unterhaltung. Der Liebste hatte 2 Hörbücher gekauft: Man tut was man kann und Hummeldumm. Nach der ersten CD von ersterem wechselten wir auf das von Tommy Jaud. Es geht um ein junges Paar (knapp über 30, das ist noch jung!), die zusammen eine geführte Gruppenreise durch Namibia machen. Sie sind allerdings mit Abstand die Jüngsten und er ist entsprechend enttäuscht, als er die anderen entdeckt. Sein Hauptproblem während der ganzen Reise: er hat daheim vergessen, eine Reservierungsgebühr für eine Eigentumswohnung zu überweisen. Nun versucht er verzweifelt, mittels Handy, Internet oder Fax das noch nachzuholen, ohne dass seine Freundin etwas davon mitbekommt. Es lohnt sich, das Buch zu lesen, aber das Hörbuch ist absolut genial!
Aber eben, sie lernen nach und nach die anderen der Gruppe kennen und Matze ist so gar nicht glücklich.
Der Liebste und ich kichern und leiden gleichzeitig  mit der Hauptperson, wobei mich der Liebste daran erinnert, dass wir JETZT wohl noch lachen, wir aber in wenigen Tagen auch UNSERE Gruppe kennen lernen werden. Urgs. Da ist der Bammel wieder...

Wir sind über der Grenze, kommen irgendwann abends in Lyon an. Das Hotel ist von aussen nicht sonderlich hübsch, innen ziemlich edel, aber das Zimmer auch nicht sooo lässig. Ist aber auch nur für die eine Nacht. Wir essen im Städtchen Znacht und haben Mühe, diese extrem schnörkelige, französische Schrift zu lesen! Vom Wortschatz noch nicht mal gesprochen.
Aber noch schlimmer sind die Franzosen selbst, die, sobald sie merken, dass jemand nicht aus ihrem Land ist, SOFORT einen gut gemeinten, aber furchtbar unverständlichen Schwall möchte-gern-Englisch über einen schütten!
Wir nahmen dann irgendwann Platz, rätselten an der Karte herum, das Frollein kann uns trotz ihres München-Aufenthaltes-Deutsch nicht wirklich aufklären.
Der Liebste mit einem Salat (nahm er natürlich nicht des Grüns, sondern des Speckes wegen. Klar. Ich hatte die Zwiebelsuppe mit Croutons und Käse überbacken, jammi!

Meine Wurst stellt sich dann als grobe Leberwurst heraus, vom Geschmack her etwas Bekanntes, nur die Konsistenz ist anders als daheim. Es stellt sich dann am Ende heraus, dass sie uns SEHR WOHL hätte sagen können, dass es Leberwurst ist, sie aber dachte, dass ich es dann nicht mehr bestelle :D

Das Kartoffelgratin (hell, unten im Bild) war superlecker, warum die da aber noch Basmaitreis mitservieren, versteh ich nicht. Die Leberstückchen in einer seltsamen Hülle, die ich dann nicht gegessen habe. Geschmacklich sehr fein.

Am nächsten Tag frühstücken wir von einem feinen Buffet, und fahren dann zusammen mit unseren neuen akustischen Freunden von der CD nach Süden.
Die klimatisierte Kühle im Hotel ist eine schöne Abwechslung zur steigenden Hitze.
Die nächsten 3 Tage spazieren wir durch Montpellier, essen 2x im gleichen Resto (üüüüberall diese Schnörkeschrift!!!).

 Ach ja, und WM ist ja auch, die Schweiz gewinnt hier grad gegen Spanien..


Wir knipsen Fotos, schreiben Karten und bemerken: Montpellier hat v.a. Schuhläden (Römersandalen, Keilabsätze, Birkenstock >> unbedingt merken, jahaa!), Restaurants und Bars und Kleiderläden...

Gehört zu Südrankreich wie die Sonne: Moules, die Muscheln. Gibts immer mit Fritten.

Am Samstag geht es dann endlich ans Meer. Ich krieg echt Bammel, gleich sehen wir die Leute unserer Gruppe, mit denen wir dann 2 Wochen zusammen sein werden - die Franzosen sagen dazu zwar 15 Tage, aber es dauert dann nur 14, wie es bei unseren 2 Wochen ja auch wären... versteh einer die Franzosen.

Der Hafen von Sète.

Wir kommen also beim Treffpunkt an, ein Schönling und ein kleiner Seebär begrüssen uns, stellen uns gleich schon die andereren vor, die da sitzen. Die Namen muss ich mich noch nicht merken, es starten verschiedene Kurse heute.

Dann rüber zum Boot, Gepäck schon mal rein. Erste Hürde. vom Steg aufs Boot, der Abstand erscheint mir RIESIG!

Schliesslich die Vorstellungsrunde: 6 Männer und ich. Und ich bin die 2.jüngste... nur der Skipper (der kleine Seebär) ist noch jünger. *schluck*
Okeeee, dann schaun wir mal: da haben wir F., knapp über vierzig, will sich ein eigenes Boot kaufen, hat sogar den Prospekt mitgenommen und schiebt ihn stolz über den kleinen Tisch, um den wir sitzen. Kann nicht aufhören zu quatschen, "das werde dann schon besser".
G. seit ein paar Jahren im Ruhestand, hat schon sein eigenes Boot und sein Hauptziel ist die Insel, die wir schlussendlich anzielen.
M. ist noch nicht ganz sechzig, von ihm erfährt man die meiste Zeit nicht sehr viel..
S. kommt zu spät, weil er einen falschen Hafen angefahren hat (andere haben das auch, aber ihn hat es irgendwie mehr Zeit gekostet), ist grade 40 und wirkt sympathisch. Hat sogaar schon mal 4 Jahre auf einem Boot gewohnt.
Dann der Liebste und ich, wir bitten um  l a n g s a m e s  Wiederholen, falls wir etwas nicht verstehen - es bringt nichts, wenn sie oft, schnell und laut wiederholen ;)

Nachdem wir einen Kochplan aufstellen, an den wir uns nicht halten werden, geht eine Gruppe einkaufen (GsD geht der Liebste dort mit: sie kaufen Nudeln, 3 Pakete.  
Ist das für 1 Mahlzeit oder für mehrere?
Für 1.
Das ist eher ungünstig, weil die alle unterschiedlich lange zum Kochen brauchen...
Dann ist es für mehrere Mahlzeiten.
Dann sind jeweils 500g wohl etwas knapp bemessen für 7 Personen...
Du meinst, wir kaufen besser mehrere Pakete?  )
 

und die anderen inkl. mir machen Inventur. Ich versteh gar nichts. Aber die zwei machen das schon. Ich lern so mal all die Geheimverstecke auf so nem Boot kennen, wo man was aufklappt oder verstauen kann.





Abends kochen wir dann auf dem Boot, G. vergisst bei den Nudeln das Salz...
ich kann die ganze Nacht nicht schlafen, weiss nicht, wohin ich mit meinen Beinen soll (wir haben das "Bug-Zimmer" bekommen, volumenmässig zwar das grösste, aber die Möchte-gern-Matratzen verlaufen wie ein sehr spitzen Trapez. Und ich hab die Beine im Spitz, das ändere ich aber für die restlichen Nächte).
Wir duschen im Hafen, frühstücken, werden über Grundsätzliches an Bord aufgeklärt und dann ziehen wir unser Ölzeug an. Wir bekommen alle eine Sicherheitsweste, die Sonne strahlt, aber es windet ganz schön...

Da ich nicht wirklich weiss, was ich machen soll, überlasse ich es den Männern, die Segel vorzubereiten. Und schon reisst mir der Wind meine schöne Mütze vom Kopf ins Hafenwasser - ach nöööö. Ich finde mich gerade damit ab, weil ich ja noch ne andere mithab, da starten die Herren schon ein Wendemanöver und fischen die Mütze mit dem Bootshaken wieder raus. Die trocknet jetzt erstmal und ich hol die andere, die ein bisschen besser hält...


Okeeee, wir sind zum Hafen raus, der wird immer kleiner, ich versteh immer noch nicht, was ich machen soll. Ich halt mich fest, bzw. sitze einfach mal da und beginne zu geniessen.
Dem Liebsten ist gar nicht so wohl, hält blass den schwarzen Eimer, benutzt ihn aber nicht.
Nach etwa 4 Stunden kommen wir im neuen Hafen an. Ich schau weiterhin zu, weil ich nicht weiss, was machen.

Am nächsten Tag, Montag, windet es heeeeftig! Wieder das Ölzeug an, wir müssen uns mit den Karabinern festmachen. Sicher 40° Krängung (also Schräglage).
Ich begreife, warum das ein Sport ist: ich stehe quasi im Boot.
Morgens bin ich kurz unter Deck, allerdings nicht kurz genug: nur mit "nicht-dran-denken,-ist-nur-Einbildung" und tief durchatmen komm ich nicht gegen das Zucken meines Magens an. Ich lasse mir das Mittagessen noch einmal durch den Kopf gehen.
Hinterher fühle mich die ganzen 8 Stunden eher schlapp, bekomme nichts runter, das mich stärken könnte.
Wir kommen im Dunkeln im nächsten Hafen an, ich hab etwas kalt und bin müde.


Am folgenden Morgen bin ich froh über das Nutellabrot: ich begegne ihm nämlich bald schon wieder ;)
Ist allerdings ne kurze Sache, der Magen zieht sich 2x schnell zusammen und dann ist gut. Es ist eben immer noch stürmisch und dann bin ich besser nicht unter Deck. Der Rest vom Tag ist problemlos.

Grosssegel hissen! Hissez la GV (grande voile)


Kurze Besprechung mit dem Moniteur.
Der Liebste, F., G. und Seebär, ein wahrer nounours ;)


ja ok, die Brille ist echt nicht modisch, aber es war doch ganz praktisch und nützlich.
Der Liebste, meine Wenigkeit, M.

Auf solche Fotos habe ich mich die ganze Zeit gefreut!


.. die restlichen Tage folgen.
Zum Abschluss noch passende Musik, ich erinnere mich auch, dass meine jüngste Schwester das mit einem Kollegen an ihrer Schulabschlussfeier gesungen hat: wunderschön!

1 Kommentar:

Ingrid hat gesagt…

Bin total gespannt auf die Fortsetzung... bitte schnell weiterschreiben !!!